Am 19. November trifft sich das Konsistorium im Clubrestaurant House-17 zu seiner konstituierenden Sitzung. Dort wird laut Protokoll unter TOP 6 beschlossen:

Mangelnde Transparenz und Geheimniskrämerei innerhalb der Gemeindeverwaltung gehören ab sofort der Vergangenheit an.

In diesem Sinne finden sich hier einige Hinweise auf das Schreiben des Konsistoriums vom 15. Februar 2021, um sich in aller Transparenz ein eigenes Bild machen zu können.

Ist es wahr, dass sich der Titularpfarrer weigert, notwendige Materialien der Kirche herauszugeben?

Nein, das ist nicht wahr. Schon am 23. November 2020 schrieb der Titularpfarrer den beiden Vorsitzenden und den Schatzmeister des Konsistoriums:

„Die von Ihnen gewünschten Unterlagen befinden sich alle im Sekretariat der Kirche…“

Für den Versand des Briefes vom 15. Februar 2021 benutzte das Konsistorium zwangsläufig Materialien der Kirche: gedruckte Umschläge, Computer, Adressdaten und Etiketten. Auch für den Versand vom Kirchenboten am 17. Dezember 2020 und am 23. Januar 2021 standen dem Konsistorium alle Materialien zur Verfügung und wurden ganz offensichtlich benutzt: Etiketten, Computer, Datenbank, Addressdateien, Passwörter, Formulare für den Massenversand mit der Post, Stempel, Kopierer und Papier. Im Sekretariat befinden sich daneben auch Ordner, Kasse, Bilanzen, Protokolle, Wählerlisten, Ablage, Rechnungen, Post, und ein Posteingangsbuch, welches den Empfang von Post durch Mitglieder des Konsistoriums bestätigt (siehe weiter unten)

Die Vorsitzende und andere Mitglieder des Konsistoriums hatten seit dem 15. November 2020 vom Titularpfarrer alle Unterlagen bekommen und permanent und unabhängig vom Titularpfarrer mit eigenen Schlüsseln Zugang zu Materialien und Informationen im Sekretariat. Die Behauptung der Vorsitzenden, der Titularpfarrer würde sich weigern, notwendiges Material auszuhändigen, ist falsch und absurd.

Was hat es mit der beeindruckenden Anzahl von Einschreibebriefen an die Vorsitzende des Konsistorium auf sich?

Die Post sagt über Einschreiben mit Rückschein: „Wichtige Briefe oder Unterlagen sollten immer als Einschreiben mit Rückschein versendet werden. So haben Sie immer ein Beweismittel in der Hand, falls der Empfänger mal behauptet, er hätte ein Schriftstück nicht bekommen.

Genau aus diesem Grunde werden die wichtigsten Informationen für das Konsistorium per Einschreiben mit Rückschein verschickt. Am 10. Dezember 2020 beschloss das Konsistorium unter TOP 5: Alle an die Kirche gerichteten Posteingänge soll die Präsidentin empfangen. Alle sechs Einschreiben waren wunschgemäß an die Vorsitzende des Konsistoriums gerichtet. Inwieweit dies die Arbeit des Konsistoriums behindern soll, wird von der Vorsitzenden nicht erklärt.

Mehr dazu erfährt man aus dem Protokoll der Sitzung des Konsistoriums am 21. Januar 2021 unter TOP 8): „EB erklärt, dass die sechs Einschreiben, die sie binnen eines Monats von VS bekommen habe, eine Form von Mobbing seien.“ Warum das Mobbing sein soll, wird nicht erklärt. Allerdings: auch Angehörige und Mitglieder des jetzigen Präsidiums haben in der Vergangenheit von der Zustellung per Einschreiben regen Gebrauch gemacht. Hier ein Beispiel aus dem Posteingangsbuch 2015, aus einem Zeitraum, in welchem die Vorsitzende schon einmal im Konsistorium mitgearbeitet hat.

Es ist der Vorsitzenden aus Ihrem familiären Umfeld und aus ihrer früheren Mitarbeit im Konsistorium bekannt, dass Einschreiben gängige Zustellungsmethoden im Konsistorium sind.

Das Posteingangsbuch 2021 verzeichnet den Eingang und Empfang von fünf Einschreiben desselben Absenders. Es zeigt aber auch, dass die 1. Vorsitzende erst sechs Wochen nach der Wahl an sie gerichtete Post entgegengenommen hat. Aus dem Posteingangsbuch wird auch deutlich, dass die Vorsitzende ausschliesslich mit dem beigeordneten Pfarrer Kontakt gesucht hat. Wenn die Vorsitzende des Konsistoriums tatsächlich Einschreiben vermeiden wollte, dann würde es genügen, dem Absender den Empfang von Unterlagen wahrheitsgemäß zu bestätigen.

Wie lautet der Beschluss über die Weihnachtsgottesdienste 2020 – und was wurde überhaupt beschlossen?

Am 10. Dezember 2020 wird im Protokoll über die Heiligabendgottesdienste in der Sitzung des Konsistoriums unter TOP 12 berichtet: „Volker Beba fragt, ob man neben den beiden Uhrzeiten 16 und 18 Uhr – eventuelle Zusatzangebote ankündige solle. Emmanuelle Bauer antwortet, die Entscheidung darüber solle den beiden Pastoren überlassen bleiben. Beschluss: einstimmig„.

Die Antwort auf die Frage des beigeordneten Pfarrers war offen gelassen worden, weil eine Entscheidung erst nach dem Termin der Chef des cultes mit Vertretern der Regierung fallen konnte. Dieses Gespräch fand am 14. Dezember 2020 statt. Der Premierminister hat darum gebeten, an Weihnachten auf digitale Angebote und das Internet auszuweichen, und sogar TV Übertragungen angeboten, um Präsenzangebote möglichst einzuschränken. Der dringenden Bitte der Regierung sind die betroffenen Religionsgemeinschaften nachgekommen.

Ohne Rückfrage und Abstimmung mit dem Chef de Culte und seinem Vorgesetzten hat der subordinierte „beigeordnete“ Pfarrer zusätzliche Präsenz-Gottesdienste an Heiligabend angekündigt. Damit hat der beigeordnete Pfarrer den ökumenischen Konsens und die Bitten der Regierung ignoriert und das Konsistorium stand als potentieller Pandemietreiber da. Beschlossen war vom Konsistorium, dass die Entscheidung über Zusatzangebote von den Pfarrern zu treffen sei. Die Entscheidung über die weiteren Zusatzangebote und deren Veröffentlichung hat dann der beigeordnete Pfarrer allein getroffen.

Welche vom Pfarrer auf der Webseite eklux.org veröffentlichten Informationen widersprechen diesem Beschluss?

Keine, denn die Entscheidung über Zusatzangebote an Heiligabend war vom Konsistorium offen gelassen worden. Es gab auf der Webseite eklux.org folgenden Hinweis, den auch das Protokoll des Konsistoriums von der Sitzung am 21. Januar 2021 festhält: „Achtung: anders als in der Presse und im Kirchenboten abgedruckt finden wegen der Pandemie keine weiteren Gottesdienste um 15 und 17 Uhr statt. Eine solche Formulierung ist üblich, angemessen und beschädigt weder das Ansehen von Personen noch Gremien.

Was hat es mit der angeblichen Konkurrenz der Webseite eklux.org zur Seite protestant.lu auf sich?

Am 19. November 2020 anlässlich der konstituierenden Sitzung des Konsistorium unter TOP 8) heißt es im Protokoll: „Das Konsistorium beschließt mit sofortiger Wirkung eine Sperre von Inhaltsänderungen oder -einträgen jeglicher Art auf der Internetseite der Kirche.“ Damit war die Internetseite der Kirche unter protestant.lu für NIEMANDEN redaktionell mehr zugänglich und eine zeitnahe Information ausgeschlossen.

Die Seite eklux.org publiziert seit 2018 Informationen über Protestantismus, Ökumene und Gesellschaft, sowie Veranstaltungshinweise, Texte und spirituelle Angebote. Sie ist dem Konsistorium als Blog seit 2018 bekannt. Seit der vom Konsistorium am 19. November beschlossenen „Internetsperre“ war und ist eklux.org der einzige frei zugängliche Informationskanal im Internet, der tagesaktuell über evangelische spirituelle Angebote in Luxemburg berichten konnte. Es war angesichts der falschen Termine ein Gebot der Stunde, die Kirchenmitglieder und interessierte Öffentlichkeit korrekt zu informieren, damit Menschen an Weihnachten nicht vor verschlossenen Türen der Kirche stehen. Wenn auch nur einer der zusätzlichen Gottesdienste oder die wartenden Menschen ein Infektionscluster gebildet hätten, dann hätte das gravierende Konsequenzen haben können und ALLE öffentlichen Gottesdienste hätten auf unabsehbare Zeit abgesagt werden müssen. Und womöglich hätte das nicht nur die Protestanten getroffen, sondern alle anderen Konfessionen!

Also wurde die Seite eklux.org aktiviert, die aktuellen Termine online korrekt angekündigt, und die falschen Termine deklariert. Ausserdem wurde in kürzester Zeit ein interaktives spirituelles Angebot für Heiligabend zu Hause geschaffen und zu veröffentlicht, um allen, die wegen der Entwicklung der Pandemie an Heiligabend verunsichert zu Hause bleiben wollten, eine Alternative zum Präsenzgottesdienst anzubieten. Trotzdem vertritt ein Mitglied des Konsistoriums in der Sitzung am 21. Januar 2021 die Ansicht, „dass der Zweck dieser Seite darin besteht, Propaganda gegen das Konsistorium zu machen„.

Ebenfalls am 21. Januar 2021 sagt zum Thema „Internetsperre“ der 2. Vorsitzende in der Sitzung des Konsistoriums unter TOP 7): CK entgegnet, das Konsistorium habe nie beschlossen, ihm (sic Titularpfarrer) den Zugang zur Website zu sperren.  Diese Präzisierung kommt leider fünf Wochen zu spät und die „Internetsperre“ besteht auf Nachfrage des Titularpfarrers in der Sitzung am 10. Februar 2021 weiterhin.

Was muss man sich vorstellen, wenn von mangelnder Zusammenarbeit mit dem stellvertretenden Pfarrer die Rede ist?

Grundsätzlich sollten Personalangelegenheiten nicht in der Öffentlichkeit erörtert werden. Der Vorfall mit der Veröffentlichung von falschen Gottesdienstdaten an Heiligabend spricht für sich selbst. Muss man dazu noch mehr sagen?

Was hat es mit einer angeblichen Nichteinhaltung des Termins am 4.02.2021 auf sich?

Dazu gab es schon einen Austausch unter den damit beauftragten Anwälten. Der Titularpfarrer bietet seit dem 15. November 2020 allen Mitgliedern des Konsistoriums seine Unterstützung und die Möglichkeit zur einvernehmlichen Terminvereinbarung an. Sobald dieser Termin mit allen Akteuren und ihren Agenden abgestimmt ist, wird ein solches Treffen stattfinden können. Lediglich der Schatzmeister ist an einem Treffen mit dem Titularpfarrer dezidiert nicht interessiert. Er hat sich am 10. Februar 2021 in der Sitzung des Konsistoriums so geäußert: „Lassen Sie mich mit Terminen gefälligst in Ruhe. Das brauche ich nicht. Mit Ihnen schon gar nicht. Ich sehe Sie sowieso lieber von hinten als von vorne – und zwar von Anfang an!„. Der Titularpfarrer nimmt diesen Wunsch zur Kenntnis.

Es muss geklärt werden, ob es ethisch vertretbar ist, dass die Vorsitzende des Konsistoriums Ihren eigenen Cousin damit beauftragen kann, das Konsistorium anwaltlich zu vertreten, nicht nur wegen der schon im Raum stehenden „Nepotismusvorwürfe“ sondern weil der Anwalt enge familiäre Verbindungen zu der Vorsitzenden pflegt und nicht mehr klar unterscheidbar ist, ob der Anwalt eher die Interessen seiner Cousine oder die Interessen des Konsistoriums vertritt.

Hier findet sich die Antwort des Titularpfarrers vom 17. Februar 2021 auf den Brief der Vorsitzenden des Konsistoriums, in welchem er öffentlich alle Vorwürfe als unbegründet zurückweist und zu einem konstruktiven Umgang miteinander aufruft.

12 thoughts on “Orientierung

    1. Es ist eine Schande, wie das Konsistorium mit dem von der Gemeinde gewählten Pfarrer umgeht. Abgesehen davon hat das Konsistorium gar nicht das Recht, dem Pfarrer den Zugang zu den Büroräumen zu verwehren und ihn von seiner Arbeit freizustellen. Das Konsistorium ist nicht der Arbeitgeber des Titularpfarrers und der Titularpfarrer ist Mitglied des Konsistoriums. Hier sind Leute am Werk, die es sich zur Aufgabe gemacht haben Pfarrer Strauss zu schaden. Wenn dass ihre Lebensaufgabe ist, und danach sieht es aus, dann sollten sie ihr Leben einmal überdenken. denn dieses Verhalten hat mit Christ sein nichts mehr zu tun. Es ist einfach nur traurig. Inzwischen sind wir sogar soweit, dass man Angst hat seine Meinung zu äussern, da man mit einem Gerichtsverfahren rechnen muss.

  1. Danke für die sachliche Darstellung , desolat was diesen Leuten im Konsistorium einfällt, das muss schleunigst ein Ende finden, wann sind die nächsten Wahlen? Schadenersatz wegen Verleumdung des Pastors kann teuer werden. Finde ich gut, dass er sich das nicht bieten lässt.

  2. Am Hannergrond vun dësen Tatsaache mengt ee wierklech verschiddener vun denen memberen vum consitoire séizen op der falscher Bün, an de glewige an der falscher Kierch.

  3. Esou ass et! En Trauerspill!
    Wéi oft hunn memberen vum Konsistoire an der leschter Zäit Decisiounen agehuel déi
    diametral zu deem stinn wat se an hirer Charta stoen.

  4. Guter Artikel, Fakt ist, dass die Verantwortliche in dem Brief nur Lügen geschrieben hat und auch noch für Vetternwirtschaft zu belangen ist. Dass der Pastor noch für diese Leute beten will? Das würde ich mir nicht antun wollen.

  5. La nouvelle présidente cumule les mensonges depuis son élection et elle appelle cela de la transparence? Les paroissiens ont honte d’avoir un tel personnage à la tête de leur Eglise!

    „Le Consistoire rencontre beaucoup de difficultés pour obtenir les documents nécessaires à son travail“? dit la présidente dans son dernier courrier. Mais comment cela? Ce Consistoire s’est-il seulement déplacé jusqu’au secrétariat? Il aurait pu constater l’excellent travail qu’ont mené une série de bénévoles ces 5 dernières années: les dossiers n’ont jamais été aussi propres, bien ordonnés et le travail aussi bien fait!

    Au lieu de „maltraiter“ un Pasteur complètement dédié à son Eglise, le Consistoire ferait mieux de s’appuyer sur lui comme l’ont fait les nombreux bénévoles qui ont aidé, avec brio, notre Eglise, afin qu’elle puisse continuer à vivre sa mission malgré le harcèlement juridique mené par 5 paroissiens dont certains se retrouvent aujourd’hui, comme par hasard, au sein du Consistoire dont la tête est la cousine du fameux avocat (et membre de notre Eglise par dessus le marché) qui a lancé les nombreuses actions en justice. On peut se poser la question aujourd’hui si son objectif – et celui de ses mandats (dont notamment le père de la présidente) – n’était pas – entre autres – de prendre le pouvoir par l’intermédiaire de la cousine et fille…….De la à en conclure que toute cette saga n’est qu’une affaire de famille…… qui va carrément à l’encontre des intérêts des paroissiens, il n‘ a qu’un pas! Où ont-ils placé Dieu dans tout cela? Il semble que ce ne soit qu’un concept, une excuse pour ……on ne sait quel but final…..en tous les cas loin de tout ce qui est écrit dans la Bible! à commencer par les dix commandements.

    Cher Pasteur Strauss, que Dieu vous protège et vous garde, et vous donne la force nécessaire pour affronter cette épreuve digne d’un roman policier………plus rien à voir avec la foi chrétienne! Gardons notre Foi et prions pour un vrai renouveau de l’Eglise, dans laquelle les paroissiens pourront venir prier et se recueillir sans être harcelés et malmenés.

  6. Jetzt haben die alten Leute 150 tausend Euro ausgegeben, um gewählt zu werden, und das Ganze nur, um die Kirche ganz kaputt zu machen! Glückwunsch allen, die diese Typen ins Amt gehoben haben.

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.