Nachfolge

IN VIELEN KIRCHEN neigen Christen dazu, sich in einem Wettlauf um Erfolg und Größe zu verstricken. Dabei geht die Berufung, Jesus nachzufolgen, auf dem Weg verloren. Viele sind dabei in ein Verhaltensmuster hineingerutscht, in dem sie den einflussreichsten oder finanziell erfolgreichsten Menschen nacheifern – und nicht Jesus, der den Armen zur Seite stand. Sie wollen nicht nachfolgen, sondern das Sagen haben, aber leider fehlen ihnen sowohl die richtigen Worte als auch rechte Gedanken, als auch die von Herzen kommende Tat. Um die Wahrheit zu sagen, es muss schwierig sein, Christus zu folgen, wenn man nur darauf aus, dass einem andere folgen oder zu einem aufschauen sollen.

Vielleicht muss ich hier nochmals klarstellen, was ich meine. Im Leib Christi gibt es nur ein Haupt. Christus Jesus ist der Herr. Nimm Dir nur einen Moment Zeit, um über die folgenden Worte aus Kolosser 1, 15-16.18 nachzudenken:

Christus ist das sichtbare Abbild des unsichtbaren Gottes. Er war schon da, bevor irgendetwas erschaffen wurde, und steht über der ganzen Schöpfung, denn durch ihn hat Gott alles im Himmel und auf der Erde geschaffen. . . . Christus ist auch das Haupt der Kirche, die sein Leib ist. Er ist der Erste und der Herr über alle, die von den Toten auferstehen.

Bei Luther wird die Stelle so übersetzt:  „Er ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene vor aller Schöpfung. 16 Denn in ihm ist alles geschaffen, was im Himmel und auf Erden ist, … es ist alles durch ihn und zu ihm geschaffen. 18 Und er ist das Haupt des Leibes, nämlich der Gemeinde. Er ist der Anfang, der Erstgeborene von den Toten, auf dass er in allem der Erste sei.“

Kein Mensch sollte es daher wagen, die Position Jesu einzunehmen. Ein Mann, der in 3. Johannes 1,9-10 erwähnt wird, hat das einmal versucht und wurde vom Apostel offen zurechtgewiesen.  Dort heißt es:

„Ich habe der Gemeinde geschrieben; aber Diotrephes, der unter ihnen der Erste sein will, weist uns ab. 10 Darum, wenn ich komme, will ich ihn erinnern an seine Werke, die er tut; denn er verleumdet uns mit bösen Worten und begnügt sich nicht einmal damit: Er selbst weist die Brüder ab und hindert auch die, die sie aufnehmen wollen, und stößt sie aus der Gemeinde. 11 Mein Lieber, nimm nicht das Böse zum Vorbild, sondern das Gute. Wer Gutes tut, der ist von Gott; wer Böses tut, der hat Gott nicht gesehen.“

Diese Bibelstelle ist eine Warnung an jeden, der „Gemeindechef“ werden möchte. Das kann ein Vorstandsmitglied, ein Pfarrer, ein Lehrer, ein Musiker oder ein ehemaliger Amtsträger oder ehemaliger Pastor in einer Gemeinde sein. Egal wer auch immer welche Verdienste haben mag, es gibt keinen Platz in der Gemeinde für die selbsternannten „Chefs“. Die Gemeinde Jesu Christi ist nicht der Ort, wo diejenigen eine Rolle spielen sollen, die auf den anderen Jahrmärkten der Eitelkeiten zu kurz gekommen sind. Der erste Platz ist im Leib Christi bereits vergeben – und auch im Haus und in der Ehe und überall sonst, wo Christus als Herr bekannt und anerkannt wird. Nur Christus ist das Haupt. Alle anderen von uns haben eine Rolle, die Jesus vorgelebt hat und in die er uns berufen hat: Nachfolger.

Achte auf Dich und die Haltung Deines Herzens, besonders wenn Du in Deiner Ortsgemeinde einen Platz in der Leitung hast. Sei bereit, Deinen heimlichen Ehrgeiz zu vergessen, sei der Erste, der bereit ist zuzugeben, dass Deine persönlichen Ziele nicht mehr viel mit Jesus Christus zu tun haben und du den Herrn der Kirche aus den Augen verloren hast, und bereite dich darauf vor, Christus erneut nachzufolgen. Jeder, dem Du damit dienst, wird Dir für Deinen Sinneswandel dankbar sein.